KEIN KUMPANEI-VERKAUF AN BERGGRUEN
KEIN KUMPANEI-VERKAUF AN BERGGRUEN
Für RA-Kosten & Andere-Kosten gegen Berggruen :

Plakat-Dieb:

Dieses bekannte Plakat wurde gestohlen

von  Nicolas Bergruen

Holdings ,

des Hr. Nicolas  Berggruen

dem Asset Manager bekannten  

Hr. Marku* Braun* abreißen

lassen & wurde anschließend gestohlen !

 

BEWEISE:

Das haben zwei Zeugen gesehen +

Foto´s mit Kennzeichen des Fahrzeuges +

Dunkeles Fahrzeug mit polizeilichen

Polnisches Kennzeichen CAL 36 VC !!!

 

Dies wurde zur Polizeilichen Anzeige gebracht,

wegen Sachbeschädigung + Diebstahl des Plakates.

Nicolas Berggruen(-Video) ist zum Kotzen & bis zur 23 min. vorspulen...
Auf der Karibik-Insel-Tortola versteuert Nicolas Berggruen Holdings GmbH =0€...
Blender oder Spender?
Der Sammler Heinz Berggruen
Als der Kunsthändler, Kunstsammler und Journalist Heinz Berggruen am 23. Februar 2007 starb, ordnete Berlin Trauerbeflaggung für seinen Ehrenbürger an. Dieser hatte 2000 für 253 Millionen Euro seine Sammlung klassischer Moderne an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz verkauft - ein Schnäppchen. Jetzt ist eine Biografie über Heinz Berggruen erschienen, die den Kunstmäzen in ein negatives Licht rückt - und die polarisiert.
Picasso, Klee, van Gogh, Matisse - 165 Bilder der klassischen Moderne, eine atemberaubende Sammlung, die Heinz Berggruen gehörte und seine Passion war. "Diese Bilder und ich, wir sind wie eine Wohngemeinschaft", sagte Berggruen 2004.
Keine wirklich neuen Fakten
Die Berliner verehrten ihren "Philanthropen", ihren "Kunstwohltäter", weil er ihnen 2000 seine Sammlung vermacht hatte - für 253 Millionen Mark. Ein Geschenk, ein Glücksfall, so dachte man damals. Berggruen und Berlin - eine Liebegeschichte der Superlative. "Was haben wir uns die Versöhnerfigur Berggruen kosten lassen?", fragt die Biografie "Heinz Berggruen - Leben und Legende". Auf 452 Seiten versucht die Autorin Vivien Stein den Mäzen vom Sockel zu stoßen. Wirklich neue Fakten bietet Stein nicht. Sie interpretiert aber die Person Berggruen als schlitzohrigen Geschäftsmann und Steuervertuscher, der für seine Vorteile in Berlin bewusst die "Judenkarte" gespielt habe. "Er hat dem sehr zugespielt", sagt Vivien Stein. "Wenn ich das höre als Deutscher, dass ein Jude nach Berlin kommt und sagt, 'endlich wieder deutsche Sprache', dann bewegt das etwas in mir. Das Publikum wurde genauso in die Irre geführt wie wahrscheinlich die Presse und zum Teil auch die Politik."
Es ist ein wütendes Buch und rührt Deutschland auf. Da wird ein Ehrenbürger Berlins posthum demontiert. Die andere Frage lautet: Hat die Berliner Kulturpolitik sich tatsächlich über den Tisch ziehen lassen, weil es damals so gut ins Image passte? "Man hat Berggruen nicht hofiert", sagt Michael Naumann, der ehemalige und erste Kulturstaatsminister Deutschlands. "Er war kein Fürst. Sondern man hat ihm ein Angebot gemacht, das er nicht verweigern konnte. Die Absicht war klar, und zwar diese Sammlung nach Berlin zu bringen. Das war auch vernünftig." Klaus-Dieter Lehmann, der ehemalige Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: "Ich beurteile ihn noch so, wie ich ihn bis 2007 beurteilt habe, nämlich als großzügig. Berggruen hat eine wunderbare Sammlung nach Berlin gebracht und war ein fairer, witziger, intelligenter Mensch."
Nie mit einem Berliner Kulturpolitiker gesprochen
Vivien Stein zeigt uns, wie akribisch sie Fakten zusammengetragen hat, um ein anderes Bild von Berggruen zu zeichnen. Allerdings hat sie nie mit einem der Berliner Kulturpolitiker gesprochen. Trotzdem: Sie wolle entlarven, wie viel Privilegien einer genoss, der Berlin - so wie sie es nennt - "Lagerbestände" verkauft habe. "Das, was er nach Berlin brachte, war das, was im Moment auf Lager war", so Stein. "Es gab schon ein paar Stücke, die er sehr lange hatte, aber dazwischen war das, was kam und ging. Zum Beispiel einen Klee hat er, nachdem er das Metropolitan Museum beschenkt hat, verkauft und wieder verkauft. Das ist nicht das, was ein Sammler tut. Er hat den pensionierten Kunsthändler gespiegelt, um als Sammler ohne Betriebskosten, ohne Steuer, Kunsthandel zu betreiben."
Tatsache ist: 53 Millionen Mark hat Berlin für diese Bilder bezahlt, 200 der Bund. Stein zweifelt daran, ob es externe Schätzungen gegeben habe. Die Berliner hätten sich nicht richtig beraten lassen. Da gibt es Widerspruch. "Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass ohne unabhängige Schätzungen gekauft wurde", sagt Stefan Koldehoff, Kunstmarkt-Experte beim Deutschlandfunk. "Da hätte der Bundesrechnungshof nicht mitgespielt." Dazu Michael Naumann: "Erstens war es ein ganz normales Geschäft. Zweitens zu äußerst vorteilhaften Bedingungen für die Bundesrepublik, für Berlin und für die Stiftung 'Preußischer Kulturbesitz'. Wenn Sie die Sammlung anschauen, die seiner Zeit schätzungsweise auf über eine Milliarde Mark geschätzt worden ist, und vergeichen mit den Preisen, die derzeit auf dem Kunstmarkt vorherrschen, würde ich sagen, ist diese Sammlung das Gleiche in Euro, also das Doppelte wert."
Antiesmitische Klischees -Stein sagt nein
Wer ist diese Vivien Stein, die so etwas schreibt? Ihre jüdischen Eltern emigrierten nach New York. Das Buch ist ihre erste Publikation. In Paris arbeitet sie für die Non-Profit-Organisation "International Astronomical Union". Dass sie in ihrem Buch antisemitische Klischees bediene, weist sie entschieden zurück. "Dadurch, dass er in bestimmten Abständen immer wieder die Koffer gepackt hat, gelang es ihm, Sachen hinter sich zu lassen und sich neu zu erfinden", sagt Vivien Stein. "Jetzt wird von der Presse behauptet, das sei eine typisch jüdische Eigenschaft. Das sage nicht ich, das sagt die Dame in der 'FAZ' und im 'Tagesspiegel' und ich glaube, es war auch noch die 'BZ'. Ich finde, sie sollten das Buch mal alle lesen und nicht nach vier Stunden solche Schnellschüsse abfeuern."
Was also ist dran an diesem Versuch der Demontage eines Denkmals? Möglicherweise war Heinz Bergruen nicht der Heilige, als den ihn Deutschland bislang gefeiert hat. Doch was ändert das? Das Verhältnis zwischen Sammler und öffentlicher Hand ist kompliziert und die Geschichte reich an Beispielen, in denen Sammler die öffentliche Hand unter Druck gesetzt haben. "Wir sitzen hier in Köln und da gibt es das Wallraf-Richartz-Museum, das umgenannt wurde, weil ein privater Sammler etwas geschenkt hat", so Stefan Koldehoff. "Das ist leider die Regel geworden. Bei Berggruen war das sicherlich anders." Da bleibt die Frage, warum kaufte Berlin so schnell im Jahr 2000, obwohl gerade die Dauerleihgabe bis 2016 gesichert war? Es hätte doch keine anderen Interessenten gegeben, sagt Stein.
Bitterer Nachgeschmack
Michael Naumann widerspricht: "Berggruen hatte seine Sammlung auch der Regierung Kohl angeboten. Sie hatten das abgelehnt. Und dann kam dieses Angebot an die Bundesregierung zurück. Ich war zuständig. Ich habe Gerhard Schröder dann in das Museum geführt. Und Herr Schröder schickte mir dann über den Kabinettstisch einen Zettel zu und da stand dann drauf, 'Michael du kriegst deine Millionen'".Heinz Bergruen kann uns seine Sicht nicht mehr erklären. Das bleibt als bitterer Nachgeschmack bei einem Buch, das - mit weniger Furor geschrieben - eine aufschlussreiche Sittengeschichte des Kunsthandels hätte werden können.
Quelle:http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/158571/index.html

Regionale PRINT 2


Unruhe auf der Roten Insel

Gewerbetreibende fürchten Vertreibung aus Gewerbegebiet

16.09.2013 / Ralf Liptau
Die Gewerbetreibenden wollen nun den Bundesrat um Unterstützung bitten. Foto: Liptau

Die Gewerbetreibenden wollen nun den Bundesrat um Unterstützung bitten. Foto: Liptau

 

Schöneberg. Voraussichtlich ab 1. November gehört das rund 80 000 Quadratmeter große Gewerbegebiet zwischen Naumann- und Wilhelm-Kabus-Straße dem Investor Nicolas Berggruen. Unter den Gewerbetreibenden macht sich Angst breit. Denn sie sollen offenbar deutlich mehr zahlen - oder gehen.

"Da wird kräftig selektiert", beklagt Michael Pfaff als einer von gut 50 Gewerbetreibenden auf der Roten Insel. Er berichtet, dass Mitarbeiter der Berggruen-Holding kürzlich über das Gelände "gezogen" seien und mündliche Kündigungen ausgesprochen hätten. "Dabei gehört denen das Areal noch gar nicht", so der Lackierer und Restaurator. Tatsächlich scheint der Investor nicht nur die Mieten deutlich zu erhöhen: Einige Gewerbetreibenden bekommen erst gar keinen neuen Mietvertrag. Mehrdad Mehrzad etwa, seit rund 20 Jahren als Autoschrauber auf dem Gelände, soll gehen. "Ich wäre mit einer höheren Miete einverstanden", versichert er. Aber man habe ihm mitgeteilt, dass er nicht zum neuen Konzept passe. Der Großteil der Mieter hat nur kurzfristige Verträge mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten.

Der Bundesrat muss der Übernahme des Geländes durch die Berggruen Holding noch zustimmen. Bisher gehört es dem Bund und wird von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) verwaltet. Wenn für den neuen Investor alles glatt läuft, kann er das Gewerbegebiet zum 1. November übernehmen. Sein Unternehmen kündigt an, hier einen Kreativstandort entwickeln zu wollen. Dafür würden beispielsweise allein 1100 Quadratmeter an die gemeinnützige Gesellschaft für Stadtentwicklung vermietet, die hier 27 Künstlerateliers einrichten will. Mindestens drei Millionen Euro seien allerdings zunächst nötig, um Bauten und Gelände zu sanieren, teilt die Berggruen Holding mit. Die Mieten würden deshalb von momentan zwei bis drei auf rund fünf Euro pro Quadratmeter steigen müssen.

Die vom Unternehmen vorgeschlagenen Mietverträge sprechen eine andere Sprache: Die neu berechneten Mietpreise beziehen sich dabei ausdrücklich auf den "jetzigen Zustand" der Bauten. "Und den haben wir zum Großteil auch noch selbst hergestellt", beklagt die Weinhändlerin Maike Reinders. Sie habe, wie viele andere, ihre Geschäftsräume selbst hergerichtet. "Das war vorher nur Ruine."

Bei der Berggruen Holding will man sich zur Auseinandersetzung mit den Mietern in keinem Fall öffentlich zitiert sehen. Zumindest im Schöneberger Rathaus sollen sich die Investoren allerdings erklären: Die Stadträtin für Stadtentwicklung Sibyll Klotz (Grüne) und die für die Wirtschaftsförderung zuständige Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) wollen Berggruen einladen, um mehr über dessen Pläne zu erfahren. "Die Angst der Gewerbetreibenden ist im Rathaus angekommen", so die Bürgermeisterin. Klotz möchte dem Investor bei dem Treffen klar machen, dass sie an dem bestehenden Bebauungsplan unter allen Umständen festhalten will. "Das ist Gewerbegebiet und soll es in jedem Fall auch bleiben."

Spätere Änderungen, die beispielsweise Wohnbau ermöglichen würden, seien mit ihr nicht zu machen. Beide stellen allerdings klar, dass sie keinen Einfluss auf die Mietenpolitik des Investors haben.

Die Gewerbetreibenden wollen ihr Schicksal deshalb selbst in die Hand nehmen und rufen zu einer Demo vor dem Bundesratsgebäude am Tag der ersten Sitzung nach der Sommerpause auf. Treffpunkt ist am 20. September um 8.30 an der Leipziger Straße 3-4.


 

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Aktuell Schöneberg | 28. September 2013 | Berliner Abendblatt

Unternehmer rüsten auf PROTEST Gewerbetreibende bangen um die Rote Insel


Aufruhr vor dem Bundesratsgebäudeam Potsdamer Platz.Die Gewerbetreibenden des Gebiets zwischen Naumann-straße und Wilhelm-Kabus-Straße auf der Roten Insel haben Angst um ihre Zukunft. Sie protestieren gegen den Verkauf des Grundstücks, appellieren an den Bundesrat, diesem nicht zuzustimmen. „Kein Kumpanei-Verkauf an Berggruen“ ist auf den Schildern zu lesen. Entschlossenheit liegt in der Luft. Voraussichtlich wird das rund 80.000 Quadratmeter große Areal ab November dem Großinvestor Nicolas Berggruen gehören. Dieser verkaufte in den vergangenen Wochen kurzerhand 75 Prozent seiner Anteile an der Karstadt-Premium-Gruppe und geriet daraufhin mehrfach in die Schlag-zeilen. Nun steht ihm ein neuer Deal bevor. Doch diesen wollen die Ansässigen des Gewerbegebiets Naumannstraße

unbedingt verhindern. Kündigung angedroht. Denn sie ahnen Schlimmes, wenn Berggruen seine Vorhaben

auf der Roten Insel realisiert. „Mitarbeiter der Nicolas Berggruen Holding sind bereits über das Gelände gezogen, haben einigen Mietern neue Verträge angeboten, anderen mit Kündigung gedroht“, erzählt Michael Pfaff,einer der 50 Gewerbe- treibenden auf der Roten Insel. Teilweise würden die Unternehmer von selbst gehen. Denn es sei von Mieterhöhungen um bis zu 100 Prozent die Rede. „Das kann keiner zahlen“, sagt Pfaff. Anderen Unternehmen, wie zum Beispiel kleinen Autowerkstätten,habe die Holding bereits angekündigt, dass sie nicht ins neue Konzept passen würden.Geplant ist ein Zentrum für die Kreativbranche auf dem Areal. Mit Freiflächen, modernen Bürotrakten und„Raum für Ideen“, wie es auf der professionell hergerichteten Homepage zu lesen ist (www.naumannpark.de). Derzeit gehen hier Autoschrauber,

Weinhändler, Restaurateure,Spediteure und andere Handwerker ihrer Arbeit nach. Sie alle fürchten um ihre Existenz. Bereits im Mai hat Berggruen das Gelände für 17,5 Millionen von der Bundesanstalt für Immobilien (Bima) gekauft, offiziell ist es aber noch nicht auf ihn umgeschrieben. „Dazu muss der Bundesrat seine Zustimmung geben. Wir hoffen,

dass er das nicht tut“, sagt Michael Pfaff, der kuriose Dinge hinter diesem Millionendeal vermutet.

Einladung ins Rathaus. Im Rathaus Schöneberg ist die Angst der Gewerbetreibenden bereits angekommen.

Gegenüber der Stadträtin für Stadtentwicklung, Dr. Sibyll Klotz (Grüne), sowie der Bürgermeisterin Angelika Schöttler (SPD) soll sich der Investor bei einem Treffen in den kommenden Tagen erklären. „Wir wollen Genaues

über seine Pläne und Absichten erfahren“, sagt Klotz. In jedem Fall würde das Gebiet ein Gewerbegebiet

bleiben. Wohnungsbau gebe es dort nicht. „Einfluss auf das konkrete Gewerbe haben wir aber nicht“,räumt die Stadträtin ein. sara KlinKe

 

Quelle: Aktuell Schöneberg | 28. September 2013 | Berliner Abendblatt

 

 

Immobilienkauf Zwei Schnäppchen für Nicolas

 

Berggruen

 

Von Karin Schmidl

 

 
 
 
Im Speicher zwischen East Side Gallery und Spree wird vor allem gefeiert. Es gibt dort ein bayerisches Wirtshaus und eine Diskothek. Aber auch 2000 Quadratmeter Bürofläche, von denen ein Großteil leer stehen. Der neue Besitzer will das historische Gebäude für gut eine Million Euro aufwerten und dort kreative Unternehmen ansiedeln.
Im Speicher zwischen East Side Gallery und Spree wird vor allem gefeiert. Es gibt dort ein bayerisches Wirtshaus und eine Diskothek. Aber auch 2000 Quadratmeter Bürofläche, von denen ein Großteil leer stehen. Der neue Besitzer will das historische Gebäude für gut eine Million Euro aufwerten und dort kreative Unternehmen ansiedeln.
Foto: Berliner Zeitung/Matthias Günther
Berlin –  

Das Häusersammeln geht weiter: Die Holding des Investors und Karstadt-Retters Nicolas Berggruen kauft den Speicher und das ehemalige Gebäude der Knorr-Bremse. Jetzt besitzt der Milliardär schon mehr als 100 Immobilien in Berlin

Zum Schluss waren zwei Interessenten übrig, und der Gewinner konnte sich über einen Schnäppchenkauf freuen. Bei der Zwangsversteigerung im Amtsgericht Lichtenberg ging es am Freitag um das ehemalige Gebäude der Knorr-Bremse AG in Friedrichshain. Der fast hundert Jahre alte, langgestreckte, rot geklinkerte Gebäudekomplex plus ein Neubau von 1995 an der Neuen Bahnhofstraße gingen schließlich für 15 Millionen Euro an die Holding von Nicolas Berggruen. Das Berliner Immobilienunternehmen blieb damit gut sieben Millionen Euro unter dem Verkehrswert.

Der denkmalgeschützte, zu über 60 Prozent leerstehende Klinkerbau in Friedrichshain ist der jüngste Besitz von Nicolas Berggruen und seiner Holding in Berlin. Mit weit mehr als 100 Immobilien ist das Unternehmen, das seit 2005 am Markt aktiv ist, einer der größten Hausbesitzer der Stadt. Außer in Marzahn-Hellersdorf und Spandau ist Berggruen in allen Bezirken vertreten, die meisten Häuser hat er in Friedrichshain-Kreuzberg. Der US-amerikanische Milliardär ohne festen Wohnsitz hat insgesamt rund 300 Millionen Euro ausgegeben. Zuletzt erwarb er ein Immobilien-Paket mit über tausend Wohnungen. Zu seiner Sammlung zählen auch denkmalgeschützte Gewerbehöfe und sogenannte Spezialimmobilien. „Charakterbauten“ nennt Firmensprecherin Ute Kiehn diese Häuser.

Als Karstadt-Retter bekannt geworden

Ein Charakterbau, häufig denkmalgeschützt und mit Geschichte, ist auch der Speicher an der Oberbaumbrücke in Friedrichshain. Im Jahr 1907 als Getreidespeicher errichtet, ist das Haus an der Mühlenstraße, direkt an der East Side Gallery, heute ein Party-Ort. Im Juni hat Berggruen das Gebäude einem Hamburger Privatmann abgekauft. „Dort finden nicht nur Partys statt, es gibt auch 2000 Quadratmeter Bürofläche, von denen 1200 Quadratmeter leer stehen“, sagt Ute Kiehn. Für gut eine Million Euro soll der Speicher aufgepeppt und die Büros mit Kreativen gefüllt werden.

Nicolas Berggruen, 52, sammelt Häuser.
Nicolas Berggruen, 52, sammelt Häuser.
Foto: AP

Berggruen war in den vergangenen Jahren vor allem als Retter der insolventen Kaufhauskette Karstadt aufgetreten. Im Jahr 2010 als Heilsbringer gefeiert, hat das Retter-Image inzwischen Risse bekommen: Von September an soll bei Karstadt mit dem Abbau von 2000 Arbeitsplätzen begonnen werden.

Auch bei den Berliner Immobilien läuft nicht alles rund. Das Café Moskau, der traditionelle Party-Ort mit DDR-Historie an der Karl-Marx-Allee in Mitte, stand nach aufwendiger Sanierung häufig leer. „Seit diesem Frühjahr gibt es dort einen neuen Pächter, jetzt läuft das Geschäft gut“, so Ute Kiehn. Es fänden Hochzeiten statt und Firmenevents, zuletzt habe die Modemesse sogar Expansionswünsche geäußert. Dass das Unternehmen vor allem Gefallen an Gebäudedenkmalen findet, ist in Kreuzberg zu beobachten.

An der Köpenicker Straße hat die Holding zwei alte Speicher saniert, heute sind dort das Wohnmagazin „Exil“ und das Sage-Restaurant untergebracht. Die „Lichtfabrik“ an der Kohlfurter Straße ist ebenso gut vermietet, neben dem Künstlerhaus Bethanien arbeiten dort ein Verlag, Architekten und weitere Kreative.

Auch das Gebäudedenkmal in Friedrichshain soll saniert werden, Investitionen von 12 Millionen Euro sind dafür vorgesehen. Erste Gespräche mit Interessenten laufen, heißt es.

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Karstadt-Sanierer Nicolas Berggruen      

 

Schrei vor Glück?

 

Von Elmar Schütze

 

 
 
 
Zalando kauft das Gebäude der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Friedrichshain.
Zalando kauft das Gebäude der "Hochschule für Wirtschaft und Recht" in Friedrichshain.
Foto: Markus Wächter
Berlin –  

Der Karstadt-Sanierer Nicolas Berggruen holt Zalando nach Friedrichshain – und wirft Studenten raus. Nun könnte es sein, dass das Image des Unternehmers, der Gutes tut, Risse bekommt.

„Schrei vor Glück!“ Dieser Werbespruch machte blitzschnell Karriere. Dahinter steckt Zalando, ein Berliner Online-Schuh- und Textilienversand, der aggressiv um Kundschaft wirbt und binnen kurzer Zeit zum größten seiner Art in Deutschland wurde.

Es könnte sein, dass demnächst wirklich jemand schreit. Aber nicht vor Glück, sondern aus Ärger. Zalando, das bisher ein Zentralgebäude in der Sonnenburger Straße in Prenzlauer Berg, ein Outlet in Kreuzberg sowie Logistikzentren in Großbeeren und Brieselang betreibt, will nach Friedrichshain expandieren, in die Neue Bahnhofstraße in der Nähe vom Ostkreuz. Das Problem: Damit wird die dort residierende Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) verdrängt. Deren Räume wurden zum 31. März gekündigt, rund 600 Studenten müssen anderswo unterkommen.

Das Unternehmer-Image könnte Risse bekommen

Pikant ist der Name der dritten Partei: die Berggruen Holding, der das Gebäude gehört. Das Unternehmen unter Führung von Nicolas Berggruen hat vor zwei Jahren den maroden Kaufhaus-Riesen Karstadt mit der Maßgabe gekauft, ihn zu retten. Und Nicolas Berggruen wurde dafür stets hochgelobt. Dass sich der Sohn des Kunstmäzens Heinz Berggruen bei der Sanierung von Karstadt schon mit der Belegschaft angelegt hat, hat daran nichts geändert.

Nicolas Berggruen, Immobilien-Investor (l.)
Nicolas Berggruen, Immobilien-Investor (l.)
Foto: BLZ/Markus Wächter

Doch nun könnte es sein, dass das Image des Unternehmers, der Gutes tut, Risse bekommt. Am 17. August ersteigerte die Holding den Gebäudekomplex Neue Bahnhofstraße 11-17. Dort saß nach der Wende der Fahrzeugteile-Hersteller Knorr Bremse, später verschiedene Verwaltungsreinrichtungen. Derzeit sind weniger als 40 Prozent der 25.000 Quadratmeter des denkmalgeschützten Hauses vermietet. Weil zwischenzeitlich der Eigentümer insolvent ging, wurde zwangsversteigert. Den Zuschlag erhielt Berggruen bei 16 Millionen Euro.

Zusätzlich wolle die Holding zwölf Millionen Euro hineinstecken, sagte Sprecherin Ute Kiehn. Seit einer Woche wird umgebaut, der Klinkerbau wird entkernt. Diese zusätzliche Investition wird erbracht, weil mit Zalando ein einziger Mieter das ganze Gebäude nutzen will. „Das ist ein Glücksfall. Das muss man einfach machen“, sagt Kiehn.

Die Umzugsverlierer, die jetzt raus müssen

Der Zalando-Sprecher Boris Radke sagte, dass ab April die ersten Leute dort einziehen würden. Gedacht sei an Abteilungen wie Einkauf, Marketing oder Produktion. Wobei er damit diejenigen Mitarbeiter meint, die alle angebotenen Produkte selber fotografieren und die Bilder ins Netz stellen. „Wir wollen bis zu 1 000 Mitarbeiter in Friedrichshain haben“, sagt Radke. Ob das auch 1 000 neue Arbeitsplätze für Berlin bedeuten würde, mochte er nicht sagen. „Es ist jedenfalls nicht daran gedacht, an anderen Standorten zu kürzen“, so Radke.
Bleiben die Umzugsverlierer, die jetzt raus müssen. Neben der HWR sind dies ein „Zentrum für Bildung und Arbeit“ mit seiner Berufsfachschule für Sozialwesen, die „concept Gesellschaft für aktuelle Berufsbildung“ mit ihrer Berufsfachschule für Altenpflege (in Gründung) sowie die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg).

„Schrei vor Glück! – Schrei vor Verdrängung!“

Wie die HWR fühlen sie sich schlecht behandelt. Angeblich hätte die Berggruen-Holding vor dem Kauf signalisiert, mit den bisherigen Mietern weitermachen zu wollen. Die Holding streitet das ab.

Schon hat sich die Politik eingeschaltet. Am Mittwoch tagt der Wissenschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses im Hauptgebäude der HWR in der Badenschen Straße in Schöneberg. Dabei wird es auch um den Zwangsumzug aus dem kleinsten der drei HWR-Standorte gehen. Die Hochschule hat außerdem einen Sitz in Alt-Friedrichfelde. Rolf Schümer, Fraktionschef der Piraten in der Bezirksverordnetenversammlung Friedrichshain/Kreuzberg, sagt ironisch: „Schrei vor Glück! – Schrei vor Verdrängung!“

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23.03.12

Münzprägefabrik am Spreehafen

 

Finanzsenator stoppt Verkauf an Berggruen

 

Berlins Finanzsenator Nußbaum hat den Verkauf der früheren Münzprägefabrik am Spreehafen an Karstadt-Investor Nicolas Berggruen gestoppt. Der sollte das Grundstück wegen seines Nutzungskonzepts für 6,1 Millionen Euro erhalten – obwohl höhere Angebote vorlagen.

 

 

Foto: picture alliance / dpa/dpa
Berliner Haushaltsplan vorgestellt
Kritisch: Finanzsenator Ulrich Nußbaum will der Vergabe nicht zustimmen

 

Der Investor Nicolas Berggruen soll eine Berliner Immobilie in Top-Lage zu einem günstigen Preis erwerben dürfen. Der Liegenschaftsfonds will nach Informationen von Morgenpost Online der Berggruen Holding die Alte Münze am Spreehafen in Mitte für 6,1 Millionen Euro verkaufen, obwohl auch Gebote mit einer kulturnahen Nutzung über acht und zehn Millionen Euro vorliegen.

 

Begründet wird diese Vergabe damit, dass auch der durch seine Übernahme des bankrotten Karstadt-Wahrenhauskonzerns bekannt gewordene Berggruen mit seinem Angebot den Verkehrswert der früheren Münzprägefabrik überschreite. Die Gutachter hatten für das Objekt am Mühlendamm einen Preis von 5,17 Millionen für angemessen erklärt.

 

Der Deal ist aber noch nicht perfekt. Denn auch der Verkauf an Berggruen gehört zu den geplanten Direktvergaben von Grundstücken und Objekten aus dem Landesvermögen, die Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteilos, für SPD) vergangene Woche gestoppt hat: "Warum sollen die Berliner mit ihren Steuergeldern einen internationalen Investor mit vier Millionen Euro subventionieren", fragt der Finanzsenator.

 

Mit neuen Studio von Herbert Grönemeyer

 

Für einen Verkauf an den Sohn des gestorbenen Kunstsammlers und Berliner Ehrenbürgers Heinz Berggruen hatte sich die Senatswirtschaftsverwaltung der Senatorin Sybille von Obernitz (parteilos, für CDU) gegenüber dem Finanzsenator stark gemacht. Die Investoren würden dort ein "Kreativ-Quartier" schaffen, mit Ateliers, frei gestaltbarer Fläche für Events, aber auch Wohnungen sowie 4000 Quadratmeter Mietbüros für Kreativunternehmen. 3000 Quadratmeter sollen zwei Event-Agenturen als Firmensitz für zusammen 80 Mitarbeiter beziehen.

 

Als besonderer Akzent sollte dort eventuell das Studios des Rock-Musikers Herbert Grönemeyer einziehen. Diese Nutzung wollte Berggruen für zehn Jahre garantieren. Zudem sagte er zu, zehn Millionen Euro in das Gebäude zu stecken. Dem Finanzsenator ist das zu wenig. Wenn schon, dann sollte diese Struktur dauerhaft festgeschrieben sein. Auf das Angebot, das Objekt über 100 Jahre in Erbpacht zu übernehmen, wollten die Berggruen-Leute jedoch nicht eingehen. In diesem Fall hätte Berlin die Möglichkeit, bei einer geänderten Nutzung den Verkauf rückabzuwickeln oder nachträglich mehr Geld zu fordern, falls das Objekt noch lukrativ verwertet werden sollte.

 

Eine Vertreterin der Nicolas Berggruen Holdings teilte am Freitag mit, das Unternehmen habe zu keinem Zeitpunkt ein Angebot erhalten, die Alte Münze in Erbpacht zu übernehmen.

 

2008 bereits fast verkauft

 

Denn für die Alte Münze hätte Berlin mehr Geld erhalten können, wenn nicht irgendwann die Entscheidung gefallen wäre, aus dem Gebäude einen Kulturstandort zu machen. 2008 verkündete der Geschäftsführer des Berliner Liegenschaftsfonds, Holger Lippmann, stolz, man habe die als schwierig geltende Immobilie für einen "sehr guten Preis" verkauft. Käufer war der nordrhein-westfälische Projektentwickler Frankonia Eurobau. Man habe die Alte Münze erworben, verkündete das Unternehmen 2008 in einem Firmenprospekt.

 

Dort seien im Innenbereich ein moderner Büroneubau geplant, zudem Luxuswohnungen zur Spree hin. Frankonia wolle insgesamt 52 Millionen Euro in das Objekt mit 9200 Quadratmeter investieren, hieß es seinerzeit. Die Firma aus dem Landkreis Viersen gehört zu den renommierten deutschen Entwicklern, hat in Berlin unter anderem das von der Bahn genutzte Büroquartier am Nordbahnhof gebaut. In Arbeit ist das Palais Theising an der Behrensstraße gegenüber der Komischen Oper.

 

Gebäude für Kultur und Events

 

In den aktuellen Informationen der Firma taucht die Alte Münze jedoch nicht mehr auf. Man sei nie in den Kaufvertrag eingetreten, heißt es von Frankonia. Dem Vernehmen nach hatte sich in der Finanzkrise 2009 ein Kapitalgeber zurückgezogen. Obwohl die Entwickler diese Lücke schließen konnten, nahm der Liegenschaftsfonds das zum Anlass, sich von Frankonia zu trennen. Denn auch die politischen Vorlieben hatten sich verändert. Seit 2009 wird die Alte Münze für Kultur und Events zwischengenutzt. Bekanntestes Ereignis war das temporäre Restaurant Pret à Diner, mit dem Gastronom Klaus Peter Kofler während der Berlinale Stars und Szene in die Münze lockte.

 

Wer jedoch wann entschieden hat, dass hier eben lieber Kultur und keine Büros gewünscht seien, ist nicht aufzuklären.

 

Hier setzt die Grundsatzkritik Nußbaums an derartigen Direktvergaben unter Marktpreis an. "Wenn es darüber einen Beschluss des Parlaments gäbe, wenn wir klare Förderrichtlinien hätten, die eine Subvention rechtfertigen, dann hätte das eine transparente, ordentliche Grundlage", sagte Nußbaum.

 

In den vergangenen Tagen war es zum Konflikt zwischen Nußbaum, Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) und Teilen der SPD-Fraktion gekommen, weil Nußbaum alle Direktvergaben gestoppt hat, bis die Grundlagen für eine neue Liegenschaftspolitik verabschiedet sind. Dabei geht es nicht vorrangig um Grundstücke, die Müller günstig abgeben will, damit diese dort preiswerten Wohnraum schaffen. Die meisten betreffen Objekte, für die eine kulturelle oder soziale Nutzung angestrebt wird.

 

© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten

Quelle: http://www.morgenpost.de/berlin/article1934846/Finanzsenator-stoppt-Verkauf-an-Berggruen.html#

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